Seit Januar 2019 trägt kein Staubsauger mehr ein Energielabel, und seit Juli 2026 gelten auch die Mindestanforderungen nicht mehr, die daneben standen. Damit fehlt die eine Zahl, an der sich Geräte nebeneinanderstellen ließen. Wir haben ausgezählt, was in unserer Haushalt-und-Helfer-Welt angeboten wird, und woran du die Geräte trotzdem auseinanderhältst.
Was hier im Regal steht
Am 23. August 2026 ausgezählt: 28 Angebote von 97,47 bis 1.041,75 Euro, Median 347 Euro. Eine Marke prägt die Rubrik: 14 der 28 Geräte sind von Dyson, also genau die Hälfte, und die vier teuersten Angebote gehören alle dazu. Die teuersten Geräte anderer Marken enden bei 464,72 Euro.
| Bauart | Angebote | Preisspanne |
|---|---|---|
| Akkugeräte (Stiel, Hand) | 13 | 99,99 bis 626,10 € |
| Boden- und Zylindersauger mit Kabel | 8 | 97,47 bis 464,72 € |
| Nass- und Wischsauger | 7 | 249,00 bis 1.041,75 € |
Saugroboter stehen nicht in dieser Rubrik. Wie du einen auswählst, steht in unserem Saugroboter-Ratgeber, denn dort zählen andere Dinge, vor allem der Grundriss deiner Wohnung.
Es gibt keine Vergleichszahl mehr
Von 2014 bis 2019 trug jeder Staubsauger ein Energielabel mit Effizienzklasse, Staubaufnahme auf Teppich und Hartboden, Staubemission und einem Geräuschwert. Das Gericht der Europäischen Union hat die zugehörige Delegierte Verordnung (EU) Nr. 665/2013 am 8. November 2018 für nichtig erklärt, weil mit leerem Behälter gemessen wurde und das Ergebnis deshalb nicht dem Gebrauch entsprach. Rechtskräftig ist das Urteil seit dem 19. Januar 2019; seither darf das Label nicht mehr verwendet werden.
Neben dem Label standen die Ökodesign-Anforderungen der Verordnung (EU) Nr. 666/2013. Sie galten nur für netzbetriebene Trockensauger und verlangten ab dem 1. September 2017 höchstens 900 Watt Leistungsaufnahme, höchstens 43 Kilowattstunden Jahresverbrauch, höchstens 80 dB(A), eine Staubemission von höchstens 1,0 Prozent, eine Motorlebensdauer von mindestens 500 Stunden und eine Staubaufnahme von mindestens 0,75 auf Teppich und 0,98 auf Hartboden. Ausgenommen waren unter anderem Akkugeräte, Wischsauger, Saugroboter und Industriesauger, also der größere Teil unserer Liste. Seit dem 23. Juli 2026 ist auch diese Verordnung nicht mehr in Kraft; ein Nachfolger ist uns nicht bekannt.
Für dich hat das Folgen. Eine amtliche Zahl, mit der du zwei Geräte vergleichen kannst, gibt es derzeit nicht; verwertbare Werte kommen aus dem Datenblatt oder aus einem unabhängigen Test. Die Wattzahl taugt dafür nicht: Sie beschreibt die aufgenommene elektrische Leistung und sagt nichts über die Saugkraft am Boden. Und wo in einem Angebot noch eine Effizienzklasse auftaucht, stammt sie aus der Zeit vor 2019 und ist kein gültiger Vergleichswert. In unserer eigenen Liste ist das noch bei einem Angebot der Fall; dort steht der Klassenbuchstabe im Titel, zwischen Wattzahl und Farbe.
Die Angaben, die eine Entscheidung wirklich ändern, stehen anderswo: Laufzeit in Minuten je Stufe, Behältervolumen in Litern, Gewicht, ob der Filter waschbar ist, und ob das Gerät frei stehen kann. Wenn eine davon im Datenblatt fehlt, ist das vor dem Kauf eine Frage wert.
Akku oder Kabel
Diese Entscheidung bestimmt alles andere, und sie hängt nicht am Preis: Beide Bauarten fangen in unserer Liste bei rund 100 Euro an.
Ein Akkugerät steht in der Ecke, ist sofort in der Hand und saugt die Krümel unter dem Esstisch weg, bevor sie jemand verteilt. Es wird benutzt, weil es greifbar ist. Dafür begrenzt der Akku die Laufzeit, auf der höchsten Stufe oft auf wenige Minuten, und der Staubbehälter ist klein.
Ein Bodensauger mit Kabel hat unbegrenzte Laufzeit, einen größeren Behälter und meist die kräftigere Düse für Teppich. Dafür muss er geholt, eingesteckt und wieder verstaut werden, und genau daran scheitert der Einsatz zwischendurch.
Wer eine kleine Wohnung mit Hartboden hat, fährt mit dem Akkugerät fast immer besser. Wer viel Teppich, Tierhaare oder mehrere Etagen hat, liest die Laufzeit im Datenblatt nach, bevor er sich auf den Akku verlässt.
Kaum eine Zahl im Titel
Kein einziger der 28 Titel nennt eine Zahl zur Saugkraft. Einer nennt eine Wattzahl, einer einen Filtertyp, einer ein Behältervolumen; Wattzahl und Volumen stehen dabei im selben Titel. Bei allen anderen steht Marke, Modell und Bauart, sonst nichts.
Anderswo begegnet dir dafür häufig eine Kilopascal-Zahl. Vorsicht damit: Der Wert beschreibt den Unterdruck am verschlossenen Rohr und sagt nichts darüber, wie viel Staub am Boden aufgenommen wird. Zwei Geräte mit derselben Zahl können sich auf Teppich deutlich unterscheiden, weil Düse, Luftmenge und Bürste mitentscheiden. Er hilft nur beim Sortieren innerhalb derselben Bauart.
Der Staub muss irgendwo hin
Vier Titel nennen einen Beutel oder ausdrücklich keinen. Der Unterschied liegt im Alltag: Ein Beutel wird geschlossen entnommen und kostet dafür Nachschub. Ein Behälter ist kostenlos und wird über dem Mülleimer geleert, wobei beim Entleeren ein Teil des Feinstaubs wieder in die Luft geht.
Saugen und wischen in einem Gang
Sieben Angebote sind Wisch- oder Waschsauger, von 249 bis 1.041,75 Euro. Sie saugen und führen gleichzeitig Wasser auf den Boden, ziehen es wieder ab und spülen die Walze in einer Station.
Der Gewinn ist echt, der Aufwand auch: Sie brauchen zwei Tanks und eine Station, und die Walze muss nach jedem Einsatz trocknen. Beim Preis ist die Spanne breit: Das teuerste Gerät der Rubrik ist ein Wischsauger, vier der sieben liegen aber unter dem Median von 347 Euro. Auf empfindlichem Holz und auf unversiegeltem Kork haben sie nichts zu suchen. Wer überwiegend Teppich hat, kauft mit dem Wischteil etwas, das die Hälfte der Wohnung nie sieht.
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Wie oft muss der Filter gewechselt werden?
Das steht in der Anleitung und unterscheidet sich stark. Waschbare Filter brauchen nach dem Spülen meist 24 Stunden zum Trocknen, und ein feucht eingesetzter Filter riecht und kann den Motor belasten. Plane also einen zweiten Filter ein, wenn du das Gerät täglich brauchst.
Was ist eine Elektrobürste, und brauche ich sie?
Eine Düse mit angetriebener Walze. Auf Teppich holt eine harte Bürstwalze deutlich mehr heraus als eine mitlaufende, weil sie die Fasern aufstellt. Für Hartboden gibt es angetriebene Weichwalzen, die feinen Staub besser mitnehmen; eine harte Bürste kann dort leichte Teppiche verschieben. Bei Tierhaaren entscheidet die Bauart der Walze mehr als die Wattzahl.
Warum riecht mein Sauger nach einiger Zeit?
Meist wegen des Filters oder wegen Haaren, die sich um die Walze gewickelt haben. Beides gehört zur regelmäßigen Wartung und steht in der Anleitung.
Kann ich mit einem Haushaltssauger Bauschutt oder Asche aufnehmen?
Nein. Feiner mineralischer Staub setzt Filter zu und geht durch normale Dichtungen hindurch; bei staubenden Arbeiten mit handgeführten Maschinen verlangt die TRGS 504 im gewerblichen Bereich Entstauber mindestens der Staubklasse M. Privat bindet diese Regel niemanden. Und Asche kann tagelang Glutnester enthalten, auch wenn sie kalt aussieht; ein Kunststoffbehälter mit Vliesfilter ist dafür der falsche Ort. Dafür gibt es Aschesauger mit Metallbehälter. In unserer Liste steht ein Makita-Sauger für die Baustelle, allerdings der Staubklasse L; alle anderen sind Haushaltsgeräte.
Woher die Angaben stammen: Stückzahlen, Preise, Produkttitel und Händler-Kurzbeschreibungen sind am 23. August 2026 aus den Produktdaten unserer eigenen Themenwelt ausgezählt; Aussagen darüber, was ein Titel nennt oder nicht nennt, beziehen sich ausdrücklich auf die Produkttitel. Die Zuordnung zu den drei Bauarten ist unsere eigene Einordnung anhand von Produktnamen und Herstellerangaben, denn ein Bauart-Feld gibt es in den Daten nicht. Dass das Energielabel nach der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 665/2013 vom Gericht der Europäischen Union am 8. November 2018 für nichtig erklärt und das Urteil am 19. Januar 2019 rechtskräftig wurde, steht bei EUR-Lex und in der Produktgruppen-Übersicht der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. Die Grenzwerte der Ökodesign-Verordnung (EU) Nr. 666/2013, ihr Geltungsbereich nur für netzbetriebene Trockensauger und das Außerkrafttreten am 23. Juli 2026 sind allein EUR-Lex entnommen. Die TRGS 504 veröffentlicht die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Die Aussagen zu Kilopascal, Elektrobürste, Filtertrocknung, Wischsaugern und Staubklassen sind allgemeine Warenkunde; wo Zahlen nötig sind, steht ausdrücklich das Datenblatt als Quelle. Wir haben keines dieser Geräte getestet und nennen deshalb keine Testergebnisse.
Stand: August 2026. Preise, Verfügbarkeit und Rechtslage ändern sich; aktuelle Preise findest du in der verlinkten Themenwelt, und es gilt immer der Preis im Shop. Dieser Artikel ist eine allgemeine Kaufberatung und ersetzt keine individuelle Beratung, auch keine medizinische.